Nach dem Abschluss des Pachtvertrags sind jetzt auch die Verhandlungen zum Stromliefervertrag mit dem Landratsamt zum Abschluss gekommen. Mit der Drogerie, dem zweiten großen Verbraucher des auf dem Dach erzeugten Stroms, war eine Einigung über die Lieferung bereits erzielt worden. Die insgesamt 99 kWp leistende Anlage wird auf Behörde und Drogerie im Verhältnis 2:1 geteilt.
Damit können wir uns an die Installation machen. Diese kann in den Monaten Mai und April erfolgen, vorausgesetzt Lieferungen und nötige Gewerke wie Kran, Elektriker usw. sind verfügbar.
Wir hatten bereits vor Monaten zur Beteiligung an der von der EGL in Eigenleistung durchzuführenden Montage aufgerufen. Die Arbeiten werden überwiegend an und um’s Wochenende stattfinden. Auch wer Erfahrung sammeln möchte, z.B. für die Installation einer eigenen Anlage, ist gern willkommen, Lernerfolg garantiert. InteressentInen bitte melden!
Auch die Finanzierung steht an: möglich durch Erwerb von Genossenschaftsanteilen oder Nachrangdarlehen. Dies ist zuallererst ein Angebot an die Bürgerinnen und Bürger in Borna, denn dafür steht die Bürgerenergie LKL: lokal, demokratisch und ökologisch. Die Genossenschaft bittet um Kontaktaufnahme für die Finanzierung des Projekts.
Liebertwolkwitz: ein Bürgerwindrad auf Leipziger Grund?!
Windradgegner beschweren sich darüber, dass die Versorgung der Großstadt, hier Leipzigs, zu einer Belastung der Umland-Gemeinden wird. Die EGL hat nun eine geeignete Fläche der Stadt Leipzig ermittelt. Die Fläche gehört der Stadt und befindet sich südöstlich der A38 am Rande der Ortschaft Liebertwolkwitz.
Der Vorstand hat dazu Gespräche mit der Stadt aufgenommen. Eine Reservierung wurde vorläufig zugesagt. Weitere Prüfungen werden durch die zahlreichen beteiligten Fachabteilungen der Stadt eingeleitet. Ziel ist zunächst eine vertragliche Vorvereinbarung mit der Stadt als rechtlicher Grundlage für den eigentlichen Antragsprozess. Dieser ist mit zahlreichen Begutachtungen, u.a. zu Geologie, Tier- und Landschaftsschutz, nicht nur aufwendig, sondern auch teuer.
Da sich das Gelände auch am Rande des „Südlichen Schlachtfeldes“ der Völkerschlacht befindet, hatte die EGL zuvor gemeinsam mit der Sächsischen Energieagentur (SAENA) und dem Sächsischen Landesamt für Denkmalschutz die Vereinbarkeit mit der Erinnerung an die Geschichte geprüft. Diese Verträglichkeitsprüfung hat die Fläche bestanden. Auch die übrigen unmittelbaren gesetzlichen Kriterien wie 1000 m Abstand zu bewohnten Gebieten und keine Überschneidung mit Landschaftsschutzgebieten gelten als erfüllt.
Nächst benachbart ist hier die Gemeinde Großpösna. Unter Hinweis auf die in dieser Gemeinde erfolgte Bürgerbeteiligung (s.o.) hat deren Bürgermeister diesem Vorhaben der EGL widersprochen. Der Vorstand bemüht sich um ein Gespräch mit der Gemeinde. Auch eine Beteiligung an einem Windrad auf der Fläche benachbart zur Deponie Cröbern wäre denkbar – damit könnte ein Bürgerwindrad Teil des Projekt auf dem Gemeindegegiet Großpösna werden. Der Vorstand hofft auf weitere konstruktive Gespräche mit der Stadt Leipzig und den umliegenden Gemeinden.
. . . im Wurzener Land: Interkommunale Zusammenarbeit
„Verstehen, verhandeln, gemeinsam gewinnen“ – um eine gemeinsame Strategie des Wurzener Landes zu erarbeiten, haben die Stadt Wurzen und die Gemeinden Bennewitz, Lossatal und Thallwitz sich zusammengeschlossen und mit Einbeziehung des Energieversorgers WURZENER LANDWERKE den „Bürgerdialog Erneuerbare Energien“ gestartet.
. . . in Großpösna: Aktive Mitgestaltung durch Bürgerbeirat
Mit erfolgreichem Bürgerbeteiligungsprozess hat die Gemeinde eine konstruktive Stellungnahme erarbeitet: „Der Ausbau von Windenergie ist ein Thema, bei dem man sich so richtig „in die Wolle“ bekommen kann. Aber nicht muss! Wir in Großpösna haben frühzeitig auf einen Beteiligungsprozess mit dem „Bürger-Beirat Windkraft“ gesetzt . . .
Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung am 25.08.2025 eine Stellungnahme zum Entwurf des Regionalplans beschlossen. Dies erfolgte auf der Grundlage der Empfehlung des „Bürger-Beirats Windkraft“ . . .
Im Ergebnis sollen an einer einzigen Stelle im Gemeindegebiet mögliche Windenergieanlagen konzentriert werden. Dies soll aus unserer Großpösnaer Perspektive „hinter“ der Deponie Cröbern möglich sein. Dort könnte das 1,3 %-Flächenziel an einer Stelle erfüllt werden und ein Wildwuchs im Gemeindegebiet mit einzelnen Anlagen an allen möglichen Standorten verhindert werden. Alle anderen Flächen in unserer Gemeinde wurden mit der Stellungnahme abgelehnt.“ (Gemeindeinformation v. 07.10.25)
. . . in Naunhof: Bürgerentscheid gegen Windkraft
Am 1. März 2026 haben die Bürgerinnen und Bürger von Naunhof mehrheitlich entschieden. Die Stadt soll alle rechtlichen Möglichkeiten nutzen, um Windenergieanlagen auf dem Gemeindegebiet zu verhindern. Die Entscheidung zeigt: Mitbestimmung und Akzeptanz sind entscheidend für die Umsetzung der Energiewende.
Für die Stadt bedeutet das, dass neue Windprojekte künftig abgelehnt werden, Projekte an andere Standorte verlagert werden müssen und Repowering erschwert wird.
Für uns als Energiegenossenschaft bedeutet das:
Bürgerenergieprojekte mit Beteiligung vor Ort sind der Schlüssel, um die Energiewende erfolgreich, regional und sozial getragen umzusetzen.
Bürgerbeteiligung zur Fortschreibung der Energiewende: von pauschaler Ablehnung bis zu aktiver Mitgestaltung . . .
770 Stellungnahmen zum 1. Entwurf für die Teilfortschreibung Erneuerbare Energien der Regionalplanung in Westsachsen gingen im Sommer letzten Jahres ein. Aufgrund der Reduzierung des Flächenziels von 2% auf 1,3% bis 2027 wird der vorgelegte Entwurf vom Planungsverband unter Berücksichtigung der Stellungnahmen überarbeitet: „Es ist geplant, die Öffentlichkeits- und Trägerbeteiligung dazu im 2. Quartal 2026 durchzuführen. Dann können Stellungnahmen zum neuen Entwurf der Teilfortschreibung Erneuerbare Energien abgegeben werden. Vordergründiges Ziel bildet der Abschluss eines rechtssicheren Teilfortschreibungsverfahrens bis zum 31.12.2027“ (Regionaler Planungsverband Leipzig Westsachsen)
Wie kaum ein anderes Thema in jüngerer Zeit bewegt der weitere Ausbau der Stromerzeugung durch Windkraft die Gemüter landauf landab in Westsachsen. Wie die folgenden Beispiele zeigen, reichen die Stellungnahmen in den Gemeinden und seitens der Gemeinden von pauschaler Ablehnung bis zu aktiver Mitgestaltung und interkommunaler Zusammenarbeit: